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Gemeinsame Online-Veranstaltung der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) und der HT Group

study.svgPflege |

„Delir-Prävention und Healing Environment für Intensiv- und Patientenzimmer“
 
20.05.2021, 16:30 MESZ

Dr. Björn Werner / HT Health Tec GmbH

Gemeinsame Online-Veranstaltung der Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) und der HT Group zur Delir-Prävention und Healing Environment für Intensiv- und Patientenzimmern

Aufgrund einer hohen Qualität und großen Nachfrage der aktuellen HT Group Webinar-Reihe rum um die Themen Gesundheit, Pflege und Forschung haben sich die Fachvereinigung Krankenhaustechnik e.V. (FKT) und HT Group entschlossen ein gemeinsames Webinar zum hochaktuellen Thematik der Delir-Prävention und des Healing Environment für Intensiv- und Patientenzimmern am Donnerstag, den 20.05.2021, um 16:30 Uhr durchzuführen.

Delir-Prävention mit einem nicht-medikamentösen Ansatz. Welche Voraussetzungen kann man architektonisch schaffen, um das Thema Delir für Patienten auf einer Intensivstation besser in den Griff zu bekommen? Gerade durch die Corona-Pandemie rückt die Intensivstation (ITS) in den Fokus vieler Menschen als Dreh- und Angelpunkt bei der Genesung vieler schwer infizierten Patienten. Die Forschung hat gezeigt, dass Verbesserungen in der Gestaltung der Intensivstation und der Patientenzimmer zu einer signifikanten und messbaren Verkürzung der Verweildauer auf der Intensivstation und im Krankenhaus führen und den Heilungsprozess der schwerstkranken Patienten nicht-medikamentös fördern können.

Delirium ist definiert als eine Störung des Bewusstseins und der Aufmerksamkeit eines Menschen und kann zu Veränderungen der Wahrnehmung führen, die das Gedächtnis, die Orientierung und die Sprachfähigkeit langfristig beeinträchtigen. Mindestens ein Drittel aller Intensivpatienten entwickelt ein Delirium. Ein Delirium wirkt sich prognostisch ungünstig aus und verlängert Krankenhausaufenthalte und Genesungszeiten. Es verbleiben teilweise kognitive Beeinträchtigungen, die schlimmstenfalls auch nach Entlassung den Tod der Patienten nach sich ziehen können. Die ökonomischen Auswirkungen auf Krankenhäuser und die Gesellschaft sind nicht zu unterschätzen: In den USA ist das Delirium - nach kardiovaskulären Erkrankungen - die kostenträchtigste Krankheit mit geschätzten jährlichen Kosten von 145 Mrd. $.

Die Strategie zur Vorbeugung, Minimierung oder Behandlung von Delirium besteht darin,
(1) die innere Uhr des Patienten neu auszurichten,
(2) den Schlaf zu verbessern und
(3) die Mobilisierung des kritisch kranken Patienten so früh wie möglich zu beginnen.
Alle diese Maßnahmen können durch die architektonische Gestaltung und Planung der Intensivstation unterstützt werden.

Für die Neuorientierung und Schlafverbesserung des Patienten ist eine Kalibrierung des circadianen Rhythmus wichtig. Der effektivste Weg, die innere Uhr des Patienten zu stimulieren und zu re-synchronisieren, ist die Installation einer großen, blendfrei beleuchteten Fläche in der Decke, die den circadianen Tag-Nacht-Rhythmus nicht nur mit unterschiedlichen Lichttemperaturen nachbilden, sondern auch höhere Lichtintensitäten emittieren kann. Die Fortschritte in der LED-Beleuchtung machen es möglich, solche sogenannten "Healing-Light"-Deckensegel zu entwickeln, die auch in bestehende Intensivbereiche nachgerüstet werden können. Bestimmte Lichttemperaturen lösen die Ausschüttung von Melatonin aus und verbessern zudem die Schlafqualität. Letztere wird auch durch die Minimierung von Störungen verbessert. Das Konzept einer "stillen Intensivstation" lässt sich durch die Umleitung von Alarmen auf eine außen liegende Schwesternstation sowie durch Schalldämmung und das Verstecken von medizinischen Geräten innerhalb der Intensivstation realisieren. Schließlich kann der Bedarf an Frühmobilisierung durch spezielle Krankenhausbetten, die bis zu einem senkrechten Winkel geneigt werden können und durch an der Decke montierte Patientenlifter unterstützt werden, was bereits in der Planungsphase berücksichtigt werden muss. Der Einsatz von Licht und natürlichen, wohnlichen, aber hygienischen Oberflächen macht die Intensivstation für die Patienten attraktiver. Alle genannten Konzepte können ebenfalls in die einfacheren Patientenzimmer integriert werden.

Es ist heute wissenschaftlich gut belegbar, dass die oben genannten Maßnahmen zur Delirprävention zu geringeren Kosten für Medikamente, insbesondere Beruhigungs- und Schmerzmitteln führen, aber auch den kritischen Intensivaufenthalt im Krankenhaus verkürzen. Innovative Intensivstationen sollten zum Standard in der Krankenhausplanung werden. Bauliche und architektonische Lösungen auf der Intensivstation schaffen ein nachhaltiges Umfeld und fördern das Wohlbefinden der kritisch kranken Patienten, während sich die zusätzlichen Investitionen für diese verbesserten Intensivstationen sowohl für das Krankenhaus als auch für die Gesellschaft auszahlen.

Sollten wir hier Ihr Interesse geweckt haben so melden Sie sich umgehend zum  Webinar an.

 

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